treu wie gold

 

Liebe I Frau I Gesangsverein

Wer die Band (noch) nicht kennt: „Liebe Frau Gesangsverein“ macht punkige Mucke, die – für die Oldies unter uns – ein wenig an Neue deutsche Welle, Ina Humpe oder Nina Hagen erinnert: schmissig, laut, deutsch, dabei hinter vermeintlich aggressiven Tönen Texte von großer Verletzlichkeit, wenn nicht Verletztheit offenbart. Es geht um Fremdheit, Albträume, Abschied, Trennung und die solchen Situationen immanente Widersprüchlichkeit der Gefühle, in wunderschönen Bildern wie den in idyllischen Grachten in der Wasserpest dümpelnden Enten ausgedrückt. Erinnerungen, deren „glimpfliche Momente“ „eingeklebt und teils gerahmt“ wurden. Aber „selbst die Nägel lassen die Köpfe hängen“. Weil Freiheit nur „gemeinsam zu ertragen“ ist und die einzige Konstante bei der Suche nach dem Selbst das Pendeln zwischen Abgrenzung und Verallgemeinerung sein kann: „Unterwegs … waren wir ganz man selbst, denn die anderen, die gab‘s ja schon.“ 

 

Regina Schleheck (Schriftstellerin)

 

 

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